Unsterblichkeitskraut – frischherber Snack für zwischendurch

Unsterblichkeitskraut – frischherber Snack für zwischendurch

1920 1080 Basti
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Unsterblichkeitskraut – Der frischherbe Snack 

Schon seit einiger Zeit rankelt sich das Unsterblichkeitskraut hoch bis in die Köpfe der Gesellschaft. Immer mehr Erfahrungen, Produkte und Berichte über die Wunderpflanze finden sich im Internet. Wir haben schon vor sieben Jahren ein Pflänzchen bei Rühlemanns Kräuter bestellt und möchten von unseren Erfahrungen mit dem Zauberkraut berichten…

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Jiaogulan – Der Philosophische Einstieg

Das Unsterblichkeitskraut heißt eigentlich Jiaogulan und ist ein Meister der Emotionen. Die Pflanze spielt mit dem naturverbundenen Freund ein perfides Spiel, das da lautet: totgesagte leben länger! Ja, wahrlich, darin ist das Unsterblichkeitskraut gut, sogar zum verzweifeln gut. Fast jedes Jahr, seit dem ich die Pflanze meinen treuen Begleiter nennen darf, hatte ich Sie schon abgeschrieben oder totgesagt. Schlussendlich aber stand ich voller Staunen vor Ihr und war glücklich, dass ich mich geirrt hatte. Angst, Trauer und Freude herauszukitzeln beherrscht die Pflanze also wirklich.

Könnt Ihr das bestätigen?

Pflanzensteckbrief-Kraut der Unsterblichkeit (Gynostemma pentaphyllum)

Kraut der Unsterblichkeit – Nahaufnahme

Familie: Kürbisgewächse
Aussaat-Zeit: April-Mai
Blütezeit: Juni-August
Erntezeit: ganzjährig
Standort: halbschattige bis sonnige Standorte mit feuchten und nährstoffreichen Böden
Geschmack: frisch wie gurke, je älter die Blätter desto herber
Merkmale: mehrjährige, ausdauernde Kletterpflanze,

Positv:

  • frisch oder als Tee genießbar
  • gesundheitsfördernde Wirkung
  • Verwendung als Gewürz für Smoothies und Salate
  • In der Wohnung leicht zu halten

Negativ:

  • keine heimische Pflanze: Leider scheinen die Schnecken es aber zu mögen 😉
  • im Freien schwieriger zu kultivieren

Herkunft Unsterblichkeitskraut

Erste Aufmerksamkeit erfuhr Jiaogulan bereits um das Jahr 1400 n. Christus. Als Heilkraut wurde es aber erst im Jahr 1578 benannt. Beheimatet ist die Rankelschönheit in Südchina und wird dort seit Jahrhunderten als Tee getrunken. Belebung, Verjüngung und Stärke werden der sehr robusten Pflanze nachgesagt. Die Menschen aus den bergigen Regionen beschreiben die Wirkung der Pflanze wie Ginseng, nur besser. Jiaogulan wächst sowohl im Flachland als auch in Höhenlagen, in vom Südwest-Monsun beeinflussten Regionen. Mittlerweile wird das wohltuende Kraut auch in Europa kultiviert und ist vermehrt in Gärten anzutreffen.

Jiaogulan in voller Pracht

Vermehrung Jiaogulan

Wir haben damals direkt eine kleine Pflanze bestellt und Sie bei Bedarf immer wieder über Stecklinge vermehrt. Dieses Verfahren klappt hervorragend beim Unsterblichkeitskraut. Dabei sind  diese einfachen Schritte zu beachten:

  1. Ein gezielter Schnitt unter der Blattachsel. Dabei sollten etwa 2-4 kleine Blätter am neuen Steckling vorhanden sein.
  2. Nun taucht Ihr die Stecklinge ca. 3-4 Wochen ins Wasser. Dafür eigenen sich Schnapsgläser besonders gut. Nach dieser Zeit sollten die Wurzeln gut ausgebildet sein.
  3. Anschließend die Pflänzchen nur noch in passende Erde setzen. Am besten torffrei natürlich. Und Zack fertig. Neues Unsterblichkeitskraut.

Mit Samen haben wir keinerlei Erfahrungen gemacht. Es ist aber häufig davon zu lesen, dass dieses Vorgehen Geduld und Sorgfalt erfordert.

Hab Ihr mit der Aussaat von Samen Erfahrungen gemacht?

Wie Pflege ich Jiaogulan?

Als Zimmerpflanze…
ist das Kraut eher anspruchslos. Ihr solltet aber darauf achten, dass Ihr dem Rankler genug Platz gebt und im besten Fall eine Rankelhilfe baut beziehungsweise  genügend Platz zum lässigen herunterhängen schafft. Wenn die Pflanze im Frühling stark treibt, ist sie recht durstig. Und für ausreichend Nährstoffe sollte Ihr auch sorgen. Und wie gesagt, gegen Herbst macht es den Eindruck als wenn das Unsterblichkeitskraut eingeht und an Lebensenergie verliert. Aber das ist in aller Regel normal. An dem Anblick müsst Ihr Euch dennoch gewöhnen.

Im Freien…
hingegen konnten wir die Pflanze leider noch nicht etablieren. Letztes Jahr haben wir eine sehr gut und prächtig entwickelte Pflanze hinter unser kleines Häuschen gepflanzt, aber es sieht so aus, als wenn sie leider nicht austreibt dieses Jahr. Obwohl der Standort perfekt ist: Keine direkte  Sonne, wettergeschützt und halbschattig. Winterhart ist der Jiaogulan auch. Unsere Vermutung ist, dass es den Lebewesen in der Nähe einfach zu gut schmeckt und jeder Trieb von unten getilgt wird. Das war schon unser zweiter Versuch, das Unsterblichkeitskraut als Snackquelle in unseren Naturgarten zu integrieren. Aber leider ohne Erfolg.

Könnt Ihr uns noch Tipps verraten, wie das Kraut im Freien anzupflanzen ist?

Jiaogulan draußen: Versuch 2

Unsterblichkeitskraut – Der heilende Snack

Ich persönlich genieße  den Jiaogulan am liebsten frisch, besonders lecker ist er, wenn die Blätter noch jung sind. Ältere Blätter nutze ich  als grüne Beilage für die Bemme, weil sie bitterer sind.

In der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) wurde die Pflanze zunächst eher selten verwendet. Das liegt aber weniger an der fehlenden Wirkung, sondern eher an der Herkunft. Die klassischen Pflanzen, die in der TCM zum Einsatz kommen, stammen nämlich aus Zentralchina. Mittlerweile hat sich das aber geändert und Jiaogulan wird vor allem zur Immunstärkung verabreicht.

Doch die Anwendungsmöglichkeiten sind weit umfassender. Grund dafür, sind die im Kraut zahlreich vorkommenden Saponine , Flavonoide, Gypenoside (einzigartige Klasse der Saponine) und Ginsenoside. In Verbindung mit diesen und anderen Inhaltsstoffen werden dem Unsterblichkeitskraut folgende Wirkungen zugeschrieben:

  • antioxidativ
  • antimutagen
  • gerinnungshemmend (antithrombotisch)
  • immunstimmulierend
  • entzündungshemmend
  • antikanzerogen (gegen Krebs helfend bzw. vorbeugend)
  • stressvorbeugend (Adaptogen)
  • kreislaufstärkend
  • cholesterinsenkend

Kanntet ihr das Kraut der Unsterblichkeit? Wächst es bei euch auch draußen? Wie pflegt ihr eure Pflanze? Wir sind gespannt auf eure Ratschläge 🙂

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Basti

Basti

Es gibt in der Natur beeindruckendes zu entdecken und ich habe noch so viele Fragen. Durch unseren Garten lerne ich ständig dazu und beginne zu verstehen, wie groß die Natur ist. Ich bin neugierig und möchte die Zusammenhänge erforschen. Für mich ist klar, dass ich auf Gift im Garten verzichten möchte. Die Tiere und Pflanzen sollen Räume haben, sich zu entwickeln. Daher unterstützen wir das Naturgarten Konzept und erklären Euch auf diesem Gartenblog viele verschiedene Naturgarten Ideen.

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4 Kommentare
  • Hallo,
    ich persönlich kultiviere Jiaogulan seit Jahren ausschließlich draußen.(übrigens auch bei Rühlemann entdeckt) Jegliche Versuche die Pflanze im Haus zu halten haben leider nicht funktioniert. Daher, weil sich die Pflanze für den Winter in die Wurzeln zurückzieht, schneide ich sie im späten Herbst komplett ab und trockne sie als Vorrat für den Winter. Bisher kam im Frühjahr immer wieder neues Grün aus der Wurzel. Der Topf überwintert auch draußen, gegen die Kälte in mehrere Lagen Zeitungspapier eingepackt und trocken verstaut.
    Wir trinken den Jiaogulantee regelmäßig und was kann ich sagen? Mit 54 Jahren benötigen wir keine Medikamente gegen Blutdruck oder Cholesterin (ab bestimmten Alter das übliche, was die Ärzte bemängeln)hatten seit mindestens 6 Jahren keine Erkältung, oder Grippe oder andere Krankheiten erlebt. Lt. staunender Fremder (hoffentlich ernst gemeint ;))sehen wir 10 Jahre jünger aus. Bei meiner letzten Blutuntersuchung sagte mein Hausarzt”ich weiß nicht, was Sie machen, aber egal, was es ist – machen Sie es weiter, denn Ihre Blutwerte sind beispielhaft”
    Ich denke, dass ich doch nochmal versuchen werde die wunderbare Pflanze im Haus – als frischen Wintervorrat zu halten. Wenn es bei Dir funktioniert – muss auch bei mir klappen.

    • Hallo Barbara,
      bei mir hat die Kultivierung draußen doch noch geklappt. Letztes Jahr hatten wir das erste mal draußen jiaogulan. Dieses Jahr ist er noch nicht zu sehen. Ab wann zeigen sich bei dir die ersten Jiaogulan-Blätter? Der Jiagulan drinnen zieht sich im Winter auch in die Wurzeln zurück und treibt zwischen April und Mai wieder neu aus. Die Zeiten, wann die Pflanze austreibt, können stark variieren. Der Jiaogulan im Topf drinnen zeigt sich leider noch gar nicht, Ich hoffe aber dass er doch noch kommt. Dieses Jahr werde ich wieder neue Jiaogulans nachziehen, falls doch noch einer eingeht. Ich finde die Blätter sind auch frisch ganz gut essbar.
      Toll, dass ihr durch die Pflanze so gesund seid 🙂

      Liebe Grüße Basti

  • Avatar
    Brigitte Müller 4. Februar 2019 um 10:58

    Hallo🙋Euer Beitrag ist zwar schon vom letzten Jahr,aber ich wollte Euch trotzdem von meiner Unsterblichkeit Pflanze berichten.Ich habe sie mir im Herbst 2018 als kleine Pflanze gekauft.im November stellte ich sie ins Schlafzimmer an ein Ost-Fenster.Dort kümmerte sie vor sich hin.Seit Dezember steht sie im Wohnzimmer an einem Süd-Fenster und was soll ich sagen?Sie wächst und wuchert dass es eine Freude ist.Also der perfekte Ort zum überwintern.wenn es wieder warm wird kommt sie wieder auf die Terrasse an die Hausmauer.Ich hoffe dass sie so mit mir alt wird😜
    In diesem Sinne noch einen schönen Sonntag
    Brigitte

    • Hallo Brigitte,
      toll, dass du einen geeigneten Platz für das Kraut der Unsterblichkeit gefunden hast 🙂 Leider haben wir in der Wohnung nur Ost-Fenster. Wenn die Pflanze dann kommt, wächst sie stark, aber letztes Jahr ist sie erst Anfang Juni richtig gekommen. Es ist mir immer wieder ein Rätsel. Doch bis jetzt haben wir ja noch Pflanzen von der einen Bestellung vor 8 Jahren. Wir haben immer mal welche selbst gezogen. Im Garten hat das Anwachsen im zweiten Versuch doch noch geklappt. Sie wächst zwar nur langsam aber kommt seit 2 Jahren gut über den Winter . Die Pflanze zuhause hatte ich lange draußen und mich dazu entschlossen, sie dieses Jahr auch mal über Winter draußen zu lassen. Ich hab sie ein wenig abgedeckt und bin gespannt, ob sie den Winter überlebt und ob sie dieses Jahr wieder früher kommt. Wenn nicht müssen wir uns von der Pflanze draußen wieder welche ziehen. Ich finde diese Pflanze wirklich toll und bin froh sie damals besorgt zu haben. Und ab und zu nasche ich auch davon. Bitter, frisch, lecker 🙂

      Liebe Grüße Basti

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Basti

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